Musik
und
Sprache
In der anwendungsorientierten Forschungsarbeit des Lehrstuhls für Musikpädagogik
und Musikdidaktik sind die unterschiedlichen Praxisfelder im Kontext „Kind – Musik – Vermittlung“ von besonderem Interesse. Diese werden im Hinblick auf ihre Beziehungsqualitäten reflektiert und für kommunikationsorientierte Anwendungsfelder vorbereitet.
Im Bereich der Spracherwerbsforschung
arbeitet der Lehrstuhl für Musikpädagogik und Musikdidaktik an dem Einsatz von Sprachfördermodellen (SPRING, SPRache lernen durch sINGen, Bewegung und Tanz) und an diversen Weiterbildungsformaten für
a) Grundschulen sowie
b) Kindergärten und Kindertagesstätten.
Vgl. dazu auch den folgenden
=> Video-Ausschnitt.
Das Sprachfördermodell SPRING ist mittler-
weile national und international verbreitet. Die lebenspraktischen Anwendungsfelder und die damit verbundene variative Einbindung der Kinder sind für die Zielgruppen motivierend und beziehen sie in einen permanenten Lernprozess ein.
SPRING, das ist Ausdruck eines Förderkonzepts, das mit Flüchtlingskindern erarbeitet und auf unterschiedliche Lernnereiche der individuellen Kommunikation übertragen wurde. Die Stärkung der Persönlichkeit, die grammatikalisch korrekte Anwendung der Sprachmuster sowie die Anbahnung einer Identitätsfindung von Kindern, die mehrsprachig aufwachsen, stehen dabei im
Mittelpunkt.
Nähere Informationen zu SPRING finden
Sie => hier.
Fort- und Weiterbildungen zu den angewandten Sprachmodellen finden regelmäßig statt. Nähere Informationen erhalten
Sie => hier.
Literatur:
Grebosz-Haring, K. & Gaul, Magnus (2024): Musical Activities in the Acculturation Processes of Children and Adolescents with Migration Experiences. In: Wolfgang Gratzer et al. (Hg.): The Routledge Handbook of Music and Migration:
Methodologies and Theories. London: Rout-
ledge, 420-458.
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Angewandte Forschung
Die Video-Projektvorstellung finden Sie ► hier.
Sprachmuster und variable Sprachgestaltung wurden aus historischen Modellen rezitativer Sprach- und Sprechgestaltung entwickelt und auf die musikpädagogische Praxis übertragen.
Zum Hintergrund: Die Verbindung von Musik und Sprache ist ein Phänomen, das uns im Alltag auf Schritt und Tritt begleitet. In der Lehrerausbildung aller Schularten ist sie eine der drängendsten Fragen unserer Zeit. Die Vorgänge, wie Musik zur Sprache und wie Sprache zur Musik wird, sind bereits im hisotrischen Kontext aufzufinden und berühren zahlreiche Sparten klassischer und populärer Musik. Über den Sprachcharakter der Musik gab es in der Geschichte der westeuropäischen Kunstmusik zu unterschiedlichen Zeiten wissenschaftliche Diskurse. Die Bandbreite reicht von barocken Formen der Musik als "Klangrede" (Matheson), den musikaliscchen Dialog bei C. Monteverdi, J.S. Bach und W.A. Mozart bis hin zum absolut musikalischen Standpunkt von Musik als "tönend bewegter Form" (Hanslick). Dies berührt ebenso die romantische Auffassung der Musik als "Sprache des Unaussprechlichen" (E.T.A. Hoffmann) und der ästhetische Streit und die Programmmusik im 19. Jahrhundert, dessen Einfluss auf musikalische Werturteile auch in ästhetischen Positionen bis auf den heutigen Tage zu finden ist. Die Beschäftigung mit westafrikanischer Musik zeigt, dass z. B. durch die Nachahmung des Sprechduktus auf der Talking Drum resp. auf "Nachrichtentrommeln" sogar Botschaften mit semantischer Eindeutigkeit übermittelt werden können.
Die Bandbreite unterrichtlicher Themen reicht von natürlichen Spracherwerbsprozessen in Grund- und Vorschule über programmmusikalische Implikationen ("Musik als Sprache der Gefühle") bis hin zur gymnasialen Schwerpunktsetzung in der Vertonung von Sprachklängen, geräuschhaften Ausdrucksmöglichkeiten und Sprachlauten, z.B. bei dem polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki (1933-2020; "Aus Sprache wird Musik"), der konkreten Untersuchung musikalisch-rhetorischer Figuren oder dem "Sprechen der Instrumente" (Harnoncourt, Drees u.a.).
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Kolleginnen und Kollegen, um einen Transfer dieser Anwendungsmöglichkeiten in die Schulpraxis zu erzielen.
